Sep 2015

Die Zikaden



Nach ihrem Debüt Blinde Hühner, das noch unter dem Namen The Cicada Piece erschien und sie ins Vorprogramm von F.S.K., der Frank Spilker Gruppe und The Wave Pictures hievte, machte die Band, die in Leipzig, Braunschweig und Osaka beheimatet st, sich rar. Also ist es nur konsequent, mit der stringenten und anspielungsreichen Umbenennung – Ingeborg B., soviel germanistisches Nerdtum darf gestattet sein, geistert ja durch das Vokabular einer ganzen Reihe deutschsprachiger Songtexte (Distelmeyer, Thiessen, Unstern usw.) – die Zeichen auf Neustart zu stellen. Und das auch in klangtechnischer Hinsicht, sodass es wohl unumgänglich war, sich für eine lange Zeit im eigenen Studio einzuschließen.

Die Zikaden spielen nämlich – ausgehend vom Prinzip des weichen Stoßes vor den Kopf – eine ganz eigenständige Mischung aus melancholischem Pop, Folk- und Elektrosounds. Ihre Songs werden dabei von einer warmen Stimme getragen, die ein wenig nach Nils Koppruch (Fink) und ein wenig nach Max Müller (Mutter), aber vor allem ganz viel nach Claus Telge klingt, und genau der wird (hoffentlich) später mit den ‚Großen‘ genannt werden.