George Korein



George Korein lebt in Philadelphia und veröffentlicht mit „Too Many Days“ sein zweites Soloalbum, in Deutschland und Teilen Europas bei PEACIFIC, in Nordamerika bei Galvatraz Records, einem interessanten Label aus Texas.
In Erscheinung getreten ist der frühreife Mittzwanziger zuvor schon durchschlagend mit seinem „Ambient Avant Metal“ – Duo  Infidel?/Castro! , einer äußerst freigeistigen Angelegenheit für Menschen mit kurzer Aufmerksamkeitsspanne. Ähnlich freigeistig und undefinierbar, jedoch mit mehr Hang zum Song bzw. subjektiven Statement, umfasst diese CD eine geradezu bizarre Vielfalt, ohne jemals in Beliebigkeit oder Effekthascherei auszuarten.
Zusammengehalten von einer spürbaren Dringlichkeit des musikalischen Ausdrucks und nicht zuletzt der sehr dichten, präsenten Produktion, treibt George Korein durch Avantgarde, N0 /New Wave, Elektro (-Pop) und abseitige Gefilde, als wär´s selbstverständlich. Ist es auch. Und so gibt´s den ein oder anderen Hit zu feiern... Toby Driver (noch´n Genie) von Kayo Dot sagt: „It made me say what the fuck at least 5 times.“ Genau!
Nach dem eröffnenden Titelstück und seinem einnehmenden Feedback-Finale kommt mit „Writhe, Sally, Writhe“ ein Song, der klingt wie Devo mit Drummachine auf Speed, bevor Trommelsalven die Tanzfläche einfach mal zerlegen. Und so (oder ganz anders) geht das weiter... Aber was soll man von jemandem erwarten, der seine Musik bei „myspace“ in die Kategorien „Experimental/Surf/Black Metal“ einordnet!? Und das ist mal kein reiner Witz...
Ein sehr hörenswertes Gastspiel für diesen manischen Einzeltäter gibt die Cellistin Helena Espvall von der Folkband ESPERS, die im Song „The world is your ashtray“  eine beeindruckende Streicherwand hochzieht. Fazit: Bewusstseinserweiternde, knappe Sternstunde für den Avantgarde -Pop von heute.
Und für Peacific eine große Freude, daran teilzuhaben – und das noch mit der Jubiläumsnummer 10!