The Moyen Age


The Moyen Age - Mainland
(Album: Patience & Trust)


Die Peacific "Supergroup" der Labelhäuptlinge.
Was war das für ein Debut in 2010. Die Kritiken für Patience & Trust fielen hervorragend aus und man wähnte des öfteren, dass es ich bei The Moyen Age eigentlich nur um eine schwedische Band handeln könnte. Auf jeden Fall aus dem hohen Norden. Und dann gab es als Sahnehäubchen sogar noch Airplay in England für den Opener Mainland.

"Away from the mainland". Eine Flucht ohne bekanntes Ziel. Dabei ist es wahrscheinlich gar kein Fliehen, sondern eher ein von sich Weisen. Ein Abschalten und neu Orientieren - das Bewältigen und Manifestieren seines eigenen musikalischen Egos. Bereits im November 2010 veröffentlichten The Moyen Age ihr Indiepopwerk Patience and Trust. Ein Album zwischen beseeltem Pop, Ambiente und feinem Songwriting. Getragen werden die 14 Tracks von Akustikgitarre und sanftmütigem Schlagzeugspiel. Begleitet oftmals von Streichern, Bläsern oder dem Klavier. Perlen, die die Seele baumeln lassen, die einen auf eine Reise mitnehmen. Wohl mehr unfreiwillig ist Patience and Trust ein Konzeptalbum geworden. Schmollten viele Songs eine Zeit lang vor sich hin, bevor sie ein Ganzes wurden. Melancholischer Pop, der keineswegs traurig stimmt, sondern eher in die Richtung nachdenklich geht. Die beiden The Moyen Age Mitglieder Dirk Simmig und Andi Künnecke laden zu einer Hafenrundfahrt der besonderen Güte ein - wo eben nichts vom Fake regiert wird. Im November noch schrieben Blogs und Kritiker, dass es eine wunderbare Platte für die dunkle Jahreszeit ist. Und jetzt, da die Tage so langsam wieder etwas heller und länger werden, merkt man plötzlich, dass Patience and Trust auch für die sonnigeren Tage gemacht ist. Hieraus könnte ein Pretty good friend werden, der einen runterkommen lässt, auffängt und vor übereiligen Entscheidungen warnt. Die Hamburger sind sicherlich in der Vergangenheit nicht unbedingt erfolgsverwöhnt gewesen. In den meisten Projekten (Guilty Feet, Boy Division, unHold, Künnecke & Smukal) avancierte man stets zu Kritikerlieblingen. Wahrscheinlich mehr Fluch als Segen. Bemerkenswert daher, welch Leidenschaft Simmig und Künnecke nach all den Jahren in ihr Projekt The Moyen Age reinstecken.
Steampipe mixt klassische Streicher mit Jazzthemen und ist mit vielen kleinen Raffinessen bestückt. Bei As We Are greift die Seele gerne zu und wiegt sich in Sicherheit. In This World ist ein kleines Epos - "Everbody has a right for more" - so auch The Moyen Age. Unterbrochen werden die Songs von insgesamt drei Skits (Dream one, Dream two und Dream three), die das Konzept zusammenhalten. Ein wunderbares Album, welches mich hoffentlich nicht nur in 2011 begleiten wird.

Simon Baranowski
http://icanguarantee.tumblr.com/